Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die Traditionelle Chinesische Medizin wird auch abgekürzt als TCM bezeichnet. Sie ist vor über 2000 Jahren in China entstanden und hat sich so über Jahrhunderte hinweg entwickelt.

 

In der TCM wird auf spezielle Art und Weise eine chinesische Diagnose gestellt. Die Inspektion des Patienten über Gesichtsfarbe, Stimme, Auftreten, Körperhaltung etc. spielt eine große Rolle. Bei der Zungendiagnose wird die Zunge auf Farbe, Belag, Beschaffenheit und Struktur untersucht. An beiden Armen werden die Pulse getastet. Außerdem werden ein ausführliches Gespräch geführt und Fragen zu Schmerz, Schlaf, Temperaturempfinden, Stuhlbeschaffenheit, Urinfarbe, Stimmung, Kondition und weiteren Dingen gestellt. Bei Frauen wird auch nach der Monatsblutung, Wechseljahrbeschwerden und Geburten gefragt. Aus dieser ausführlicher Betrachtung, Befragung und Untersuchung wird dann eine chinesische Diagnose gestellt, die ein oder mehrere chinesische Syndrome benennt. Anhand dessen findet dann eine Behandlung mit Akupunktur und/oder Kräutern statt. Je nach Syndrom kann es mit Moxibustion, Schröpfen oder Gua Sha ergänzt werden. Möchte der Patient die Heilung auch durch eigenes Handeln und Ernährung unterstützen kann eine Ernährungsberatung im Sinne der Chinesischen Medizin in Anspruch genommen werden.

 

Sie umfasst verschiedene Untertherapiearten wie z.B.

  • Akupunktur
    • Es werden sehr feine sterile Einmalnadeln an bestimmten Stellen am Körper eingebracht. Der Einstich ist kaum wahrnehmbar. Alternativ können winzige Dauernadeln auf die Stellen geklebt werden, die dann bis zu einer Woche verbleiben können. Bei Kindern können statt den Nadeln auch kleine Pflaster mit Samenkörnchen oder Kügelchen aufgeklebt werden.
  • Moxibustion
    • Wärmen von Akupunkturpunkten oder der Leitbahn. Benutzt wird dazu getrocknetes Beifußkraut, das angezündet wird. Das Beifußkraut gibt es als loses Kraut zum Formen und Aufsetzen auf eine Nadel, in Zigarrenform oder Stangenform und als Kegel zum Aufsetzen auf die Haut.
  • Arzneimitteltherapie/Chinesische Kräuter
    • Circa 90 % der Arzneimittel sind pflanzlichen Ursprungs, der Rest ist mineralisch oder tierisch. Bei den pflanzlichen Arzneimitteln werden unterschiedliche Teile der Pflanzen verwendet (Samen, Wurzeln, Rinden, Zweige, Blätter, Blüten, etc.). In der Regel werden die Arzneimittel zu einer individuellen Rezeptur kombiniert. Nur in seltenen Fällen werden Einzelmittel verschrieben. Die Rezepturen sind erhältlich in Apotheken, die sich auf chinesische Medizin spezialisiert haben (wie z.B. in Berlin die Zieten-Apotheke). Der Artenschutz von Pflanzen und Tieren wird in Deutschland von den Apotheken streng beachtet. Die einzelnen Mittel der Rezepturen werden außerdem auf Schadstoffe, Identität, Reinheit und Qualität geprüft.
  • Schröpfen
    • Schröpfgläser werden auf die Haut aufgesetzt und ein Unterdruck erzeugt. Je nach Position des Schröpfglases kann eine Wirkung auf ein Organ erzielt oder z.B. das Immunsystem angeregt werden. Ziel ist es, Blockaden aufzulösen, den Energiefluss im Körper anzuregen und krankmachende Faktoren aus dem Körper auszuleiten. Nach der Behandlung kann noch einige Zeit ein roter Streifen oder ein roter Kreis auf der Haut verbleiben.

  • Gua Sha
    • Mit einem Gua Sha Schaber aus Jade oder Horn wird wiederholt auf eingeölter Haut entlang der Muskeln und Leitbahnen geschabt. Durch das Schaben wird die Haut besser durchblutet. Unter Umständen entstehen rote Streifen und kleine Einblutungen (Petechien) an der Haut. Diese verschwinden spätestens nach einigen Tagen. Patienten empfinden typischerweise keinen Schmerz dabei, sondern in der Regel Erleichterung und Entspannung. Der Stoffwechsel wird aktiviert und das Immunsystem angeregt.

  • Diätetik/Ernährung
    • Chinesische Arzneimittel und auch die Lebensmittel werden je nach Geschmacksrichtung (süß, sauer, bitter, scharf, neutral, salzig), nach Temperaturverhalten (kalt, warm, heiß, neutral) und hinsichtlich der Wirkung im Körper zur Unterstützung der Genesung eingesetzt. Die Lebensmittel oder Arzneimittel werden je nach den krankheitsauslösenden Faktoren ausgewählt und sollten dann möglichst frisch und ohne Zusatzstoffe zubereitet werden. Man bereitet daraus Breie, Suppen, Abkochungen oder gedünstete Gerichte zu.

 

 

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© Cornelia Quaschning